Anzeige
Anzeige
LIGNA 2019, 27. - 31. Mai
Startseite>News>Artikel
Oberflächentechnik

Oberflächentechnik auf der LIGNA 2019

Zukunftsfähige Technologien, Digitalisierung, Vernetzung und Automatisierung sind die Themen der Holzbe- und -verarbeitung und damit der LIGNA. Dem Marktwunsch nach Individualisierungsmöglichkeiten begegnet die Oberflächentechnik durch den Einsatz geeigneter Technologien. Die LIGNA 2019 wird diesen Bereich, auch in Verbindung mit Industrie 4.0, mit verschiedenen Verfahrenstechniken wie dem Digital- oder 3D-Druck in den Fokus rücken.

18.04.2018
Wemhöner
Heiner Wemhöner, geschäftsführender Gesellschafter der Wemhöner Surface Technologies GmbH & Co. KG

Durch den hohen Individualisierungsgrad entsteht eine Vielzahl an neuen Verfahren und Lösungen zur Gestaltung von Oberflächen. Vom Schleifen, Bürsten, Pressen, Walzen, Spritzen, Polieren bis hin zu Verfahrenstechniken wie 3D- oder Digitaldruck. Alles, was moderne Oberflächentechnik leisten kann. Dabei bietet insbesondere der Digitaldruck eine wirtschaftliche Möglichkeit auf kurzfristige Strömungen und Trends flexibel und schnell zu reagieren.

Wir haben unseren Ausstellern aus diesem Bereich etwas auf den Zahn gefühlt und ein paar Fragen gestellt. Hier lesen Sie, wie die Wemhöner Surface Technologies GmbH & Co. KG aus Herford den Herausforderungen begegnet:

1. Ist das Thema Digitaldruck auf Holz und Holzwerkstoffen ein Thema in Ihrem Unternehmen? Und wenn ja, welche Herausforderungen bringt das Thema bei der Bearbeitung von Holz und Holzwerkstoffen mit sich?

Heiner Wemhöner, geschäftsführender Gesellschafter der Wemhöner Surface Technologies GmbH & Co. KG: Der Digitaldruck ist eines der Innovationsthemen in unserem Haus. In Zusammenhang mit diesem Thema haben wir bereits Mitte der 2000er Jahre mit ersten Entwicklungen begonnen. Parallel zu unseren eigenen Entwicklungen waren wir angewiesen auf die Entwicklungen der Druckkopfhersteller und der Elektronik für die Kopf- und Prozesssteuerung. Da ist zwischenzeitlich ein Industriestandard entstanden, der sowohl für den Druck auf plattenförmige Werkstoffe, wie auch auf bahnförmige Träger gut funktioniert.

Herausfordernd bleibt, die Innovationszyklen richtig zu sortieren. Die Druckköpfe werden in ihrer Auflösung immer feiner, die Datenmengen für Fotooptische- und Dekormotive immer größer, wodurch auch die hinter allem stehende Servertechnologie immer leistungsfähiger werden musste und zukünftig weiterhin werden muss. Diese Zyklen sind deutlich kürzer als man das im klassischen Maschinen- und Anlagenbau sonst gewohnt ist. Auch erfordert die Entwicklung von Digitaldruckmaschinen andere Qualifikationen bei unseren Mitarbeitern. Auch hier muss man in Ausbildung und Qualifizierung investieren.

Dann stellen sich anwendungstechnische Fragen, die einhergehen mit der Abstimmung der Materialien zueinander. Nicht jede Tinte passt zu jeder Trägerplatte bzw. jedem Papier. Da bedarf es dem Aufbau von Know-how bezogen auf alle am finalen Druckprodukt beteiligten Materialien.

2. Welche Aspekte der Digitalisierung bzw. Industrie 4.0 sind in der Oberflächentechnik zu berücksichtigen und welche Rolle spielt der hohe Automatisierungsgrad?

Je verketteter die Anlagen und damit die Prozesse und je höher die Ausstoßleistung bzw. je höher der Grad der Flexibilisierung der Losgröße, desto mehr ist eine Steuerungs- und Regelungsintelligenz gefragt, die ohne Digitalisierung kaum zu erreichen ist. Mit der Entwicklung zum einen in hohe Leistungen, zum anderen in Flexibilität der Oberflächenveredelungsanlagen, spielt der Faktor Mensch eine andere Rolle im Prozess. Seine Tätigkeit entwickelt sich immer mehr in Kontrollfunktionen, die durch den Prozess definiert werden. Der Prozess an sich muss aus der Intelligenz der Systeme stabil laufen. Auftrags- und Produktionsdaten werden heute jeder Platte mitgegeben, um Rüstvorgänge auszulösen und Qualitätsparameter nachhalten zu können.

3. Wie kann sich der Digitaldruck in den Prozessabläufen einer Möbelfertigungsanlage integrieren?

In der Möbelfertigung haben wir keine Anwendungen für Digitaldruck, aber in den Vorstufen der Materialveredelung von Holzwerkstoffen, die dann im Möbelbau eingesetzt werden. Unsere Digitaldrucker können direkt auf entsprechend vorbereitete Holzwerkstoffplatten ein Dekor drucken, das dann entweder mit einem Overlay verpreßt oder in einer Lackieranlage mit transparentem Lack ablackiert wird. Diese Platten werden dann in der Folge zu Möbelteilen weiter verarbeitet.

Es kann aber auch auf Papier gedruckt werden, das dann imprägniert und danach in einer Presse verpresst wird. Imprägnieren und Verpressen sind bekannt als technologischer Ablauf, der in diesem Fall um die innovative Drucktechnik ergänzt wird. Diese Technologie bedingt allerdings, dass mit wasserbasierenden Tinten gedruckt wird. Wasserbasierende Tinten standen für uns von Anfang an im Fokus der Entwicklung.

4. Sind mit dem Digitaldruck die Möglichkeiten zur Gestaltung von Oberflächen grenzenlos geworden?

Theoretisch sind die Möglichkeiten sehr weit gesteckt, aber die Grenzen werden immer schnell erreicht. War es zuerst herausfordernd ein Dekor ohne Wiederholung auf 2,8 m zu drucken, so sind wir heute bei dem 4-fachen. Das ist im Wesentlichen auf die Rechnerkapazitäten zurückzuführen. Mit weiter steigenden Möglichkeiten der Rechnertechnik wird sich diese Grenze weiter verschieben. Das ist aber nur ein Teil der Betrachtung. Viel interessanten sind die Aspekte um die Frage, was gedruckt werden kann. Damit meine ich zum einen die Designmöglichkeiten, zum anderen aber auch die Effizienz, mit der kleine und mittlere Losgrößen produziert werden können. Das bringt für den Anwender den Vorteil nur die Mengen drucken zu müssen, die auch benötigt werden. Weiterhin sind Neuentwicklungen schneller am Markt vorzustellen, da mit dem digitalen Datensatz direkt gedruckt werden kann. Andere Verfahren benötigen da noch eine Druckvorstufe, die zusätzlich Zeit kostet. Druckdaten lassen sich online schneller transportieren als Druckzylinder und Papierrollen auf konventionellem Weg.

Vielen Dank für das Gespräch.

Video

Wemhöner Surface Technologies GmbH&Co.KG Wemhöner Surface Technologies GmbH&Co.KG
1:01 min

Heiner Wemhöner, Geschäftsführender Gesellschafter der Wemhöner, Surface Technologies GmbH & Co.KG zum Thema Oberflächendruck

Wemhöner Surface Technologies auf der LIGNA

Auf der LIGNA 2017 konnten Sie Wemhöner Surface Technologies direkt vor Ort erleben und sich die neuesten Produkte und Services live präsentieren lassen. mehr

Anzeige