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Vernetzte Fertigung

Stimmen aus der Branche

Michael Hettich, Vorstand von Hecht Electronic, Dr. Kurt Schmalz, geschäftsführender Gesellschafter von J. Schmalz und Klaus Müller, Marketing/Leiter Kommunikation der Weinig Gruppe.

08.03.2017
Michael Hettich
Michael Hettich, Vorstand von Hecht Electronic

möbelfertigung: Warum ist das Thema "Vernetzte Fertigung" so wichtig?

Michael Hettich: "Die Vernetzung innerhalb von Produktionseinheiten gibt es schon lange. Trotzdem ist es aktuell ein Top-Thema. Die Möglichkeiten, die heute bestehen, gab es so bisher nur eingeschränkt. Bislang mussten einzelne Maschinen und verkettete Anlagen vernetzt werden – der aktuelle Trend beschreibt hingegen einen ganzheitlichen Ansatz, infolgedessen auch die vorhandenen Informationen besser genutzt werden. Dadurch kann ein enormer Mehrwert entstehen.

Wichtig dabei ist, den gesamten Prozess im Unternehmen zu betrachten und nicht einzelne Bereiche herauszugreifen. Erst dann ergeben sich sehr gute Möglichkeiten, um auch in Zukunft wettbewerbsfähig zu sein beziehungsweise die Wettbewerbsfähigkeit weiter zu steigern."

Dr. Kurt Schmalz
Dr. Kurt Schmalz, geschäftsführender Gesellschafter von J. Schmalz

Dr. Kurt Schmalz: "Wir erleben zurzeit eine wachsende Komplexität, eine immer größere Variantenvielfalt bis hin zu vollständig individualisierten Produkten sowie immer kürzere Entwicklungs- und Innovationszyklen – das gilt branchenübergreifend. Die Digitalisierung ist eine riesige Chance, auf diese Herausforderungen zu reagieren.

Als Vakuum-Spezialist ist es unser Ziel, unsere Kunden auf dem Weg hin zur intelligenten Fabrik bestmöglich zu unterstützen. Wir bieten deshalb beispielsweise intelligente Smart Field Devices, die energie- und performancerelevante Daten sammeln, interpretieren und im Netzwerk zur Verfügung stellen. So haben wir einen Vakuum- und Druckschalter im Programm, der neben IO-Link auch NFC (Near Field Communication) als Kommunikationskanal nutzt.

Dem Instandhalter einer Anlage stehen so alle wichtigen Daten direkt auf seinem Smartphone zur Verfügung. Bei Bedarf kann er umgehend reagieren und teuren Ausfallzeiten vorbeugen. Aus reinen Daten wird so für unsere Kunden ein echter Mehrwert."

Klaus Müller
Klaus Müller, Marketing / Leiter Kommunikation der Weinig Gruppe

Klaus Müller: "Vernetzung mit durchgängigem Datenfluss macht die Fertigung effizienter, transparenter und trägt zur Reduzierung der Kosten bei.

Für Industrie und Handwerk gleichermaßen interessant ist sie vor allem durch die flexible, wirtschaftliche Produktionsweise in Unabhängigkeit von der Losgröße. In Kombination mit bedienerfreundlicher 'Smarttech' trägt sie dazu bei, Fehler zu vermeiden. Monitoring liefert wichtige Zahlen für Planung und Produktionsteuerung. Das Fenster zum Maschinenpark macht zudem vorausschauende Wartung möglich und erhöht dadurch die Maschinenverfügbarkeit.

Im Markt wird in Zukunft der Betrieb vorn sein, der diese Möglichkeiten am intelligentesten nutzt. Intelligent bedeutet allerdings auch die enge Ausrichtung am Kundennutzen, denn Digitalisierung allein bringt noch keinen Wettbewerbsvorteil."

möbelfertigung: Was zeigt Ihr Unternehmen zu diesem Messeschwerpunkt auf der LIGNA 2017?

Michael Hettich: "Wir zeigen wie gewohnt unser Portfolio an Hecht-Messtischen offline und inline für die Möbelfertigung. Im Bereich der vernetzten Fertigung gehen die Diskussionen immer um vorhandenen Sollwerte. Diese Sollwerte kommen aus Zeichnungen, aus Maschinenprogrammierung, aus Auftragsdaten etc. Im Prozess gibt es selten einen Abgleich mit den tatsächlich produzierten Werten.

In unserem Blickfeld sind das im Wesentlichen die Einhaltung von Fertigungstoleranzen. Mit unseren Hecht-Messtischen hat der Kunde die Möglichkeit, Prozesse transparent zu machen. Mit unserer selbst entwickelten App zur Auswertung der erfassten Daten, ist es unseren Kunden möglich, genau vorherzusehen, wann Werkzeuge gewechselt werden müssen. Somit kann die Instandhaltung automatisiert Informationen bekommen, dass beispielsweise an 'Maschine 3' das 'Werkzeug 57' in der nächsten Woche getauscht werden muss. Ein Abfall der Qualität, Nacharbeitung oder Ausfallzeit lässt sich somit stark reduzieren."

Dr. Kurt Schmalz: "Das Thema vernetzte Fertigung macht auch vor dem Bereich der Vakuum-Handhabung nicht Halt. Unser Hebegerät ,Vacumaster Window 500 Comfort+’ ist weit mehr als eine Hebehilfe für ergonomischen, gesundheitsschonenden Transport von Werkstücken. Es verfügt über ein integriertes Touchpanel mit elektronischer Steuerung und teilt dem Anwender in Echtzeit wichtige Informationen zum System mit.

So werden beispielsweise Leckagen im Hebegerät erkannt und gemeldet, Betriebe können vorausschauend warten und teure Stillstandzeiten vermeiden. Auch verschiedene Sicherheitsfunktionen sind integriert: Das Gerät erkennt beispielsweise, wenn das Werkstück auf dem Boden aufliegt: Ein weiteres Absenken des Kettenzugs ist dann nicht mehr möglich. Gleichzeitig wird ein Ablösen des Werkstücks bei angesaugtem Zustand verhindert – einer Fehlbedienung des Vakuum-Hebegeräts ist damit ausgeschlossen."

Klaus Müller: "Auf dem gemeinsamen Stand mit Holz-Her werden in Halle 27 unter dem Label 'W4.0 Digital' verschiedene Lösungen zu sehen sein. Eins der Systeme ist der 'Moulder Master', der alle Prozesse verknüpft, die der Produktion vorgelagert sind. Im Bereich Fenster-, Türen- und Möbelfertigung zeigen wir den 'Weinig Solid Woodwork Flow', der die problemlose Anbindung an jede gängige Branchensoftware für die unterschiedlichsten Arbeitsumgebungen öffnet. Das Thema Teileerkennung und -verfolgung steht auf dem Weinig Stand ebenfalls im Fokus.

Demonstriert werden in Hannover auch die vielfältigen Möglichkeiten der 'Weinig Service App'. Über das integrierte Live Fenster ist es möglich, auf dem Smartphone den Maschinenzustand ortsunabhängig abzurufen, Serviceanfragen zu starten und so Stillstandzeiten zu reduzieren. Unter dem Titel 'Smarte Werkstatt' stellt Holz-Her die intelligente Anbindung von Druckbalkensäge oder Nesting-Maschinen an ein automatisiertes Plattenlager vor."

Hecht Electronic auf der LIGNA

Auf der LIGNA 2017 konnten Sie Hecht Electronic direkt vor Ort erleben und sich die neuesten Produkte und Services live präsentieren lassen. mehr

Schmalz, J. auf der LIGNA

Auf der LIGNA 2017 konnten Sie Schmalz, J. direkt vor Ort erleben und sich die neuesten Produkte und Services live präsentieren lassen. mehr

Weinig, Michael auf der LIGNA

Auf der LIGNA 2017 konnten Sie Weinig, Michael direkt vor Ort erleben und sich die neuesten Produkte und Services live präsentieren lassen. mehr

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