Eine Kaskadenverwertung ist natürlich nicht auf zwei Stufen beschränkt. So könnte höherwertiges Möbel- und Bauholz durchaus in einer Zwischenstufe zu Dämmmaterial oder Zellstoff verarbeitet und danach erst verheizt werden. Selbst vier und fünf Stufen wären vorstellbar.
Für eine Kaskadennutzung müssen allerdings einige Voraussetzungen erfüllt sein. Die Umweltspezialisten der EPEA nennen drei:
- Alle im Laufe der Verwertung verwendeten Substanzen müssen toxikologisch und ökologisch unbedenklich und zur Verbrennung geeignet sein.
- Beschichtungen müssen ungiftig verbrennen oder leicht demontierbar sein.
- Die zwischen den Stufen zurückgelegten Transportwege dürfen nicht zu lang sein.
Das allein reicht aber nicht. Wichtig seien »gute Wertschöpfungsketten«, mahnt Forstexperte Prof. Dr. Merkel. Dabei gelte es allerdings erst einmal, Pfade zu beschreiten und nicht gleich ganze Autobahnen zu bauen, denn Irrtümer seien im jetzigen Stadium nicht ausgeschlossen.
Nach Ansicht Merkels müssen auch weiche Erfolgsfaktoren berücksichtigt werden. So gehe es bei den eingeschlagenen Pfaden nicht nur um wirtschaftliche Rentabilität, sondern auch um ökologische, energetische und soziale Verträglichkeit, mindestens aber Unbedenklichkeit. Die Rolle des Staates in diesem Ressourcenstreit sieht Merkel darin, »die Rahmenbedingungen so zu gestalten, dass sich Wunsch und Wirklichkeit decken können.«