Das europäische Parlament stimmte kürzlich im Rahmen seines FLEGT-Aktionsplans einem Verbot des Verkaufs von illegal geschlagenem Holz und Maßnahmen zur Rückverfolgbarkeit sowie Sanktionen bei Nichteinhaltung zu. Es setzte zudem durch, dass die Nachweispflicht für die legale Herkunft des Holzes nicht nur für den Importeur, sondern die gesamte Verarbeitungskette gilt, um Schlupflöcher zu vermeiden. Im Herbst 2011 muss noch der Europäische Rat über das Verbot von illegalem Holz entscheiden. Da seine Zustimmung als sicher gilt, dürfte das Gesetz Anfang 2012 in Kraft treten.
Auf eine mögliche Schwachstelle wies der WWF schon im Vorfeld hin: Die bei Verstößen gegen das EU-Gesetz fälligen Strafen werden auf nationaler Ebene verhängt und können daher in jedem Mitgliedsstaat anders ausfallen. Die Wirksamkeit wird also davon abhängen, dass alle Mitgliedsstaaten in der Bestrafung konsequent und möglichst einheitlich vorgehen.
In der Tat scheint der weltweite illegale Einschlag seit einigen Jahren zum Teil deutlich zurückzugehen. So spricht eine Studie des Londoner Forschungsinstituts Chatham House von einem Rückgang seit 2002 um 22 % und im brasilianischen Amazonasgebiet sogar um 50–75 %. Es gibt aber auch Expertenschätzungen, nach denen noch immer bis zu 40 % der weltweit gehandelten Hölzer aus illegal abgeholzten Regenwäldern stammen. In einem aber sind sich alle Experten einig: Es gibt noch immer viel zu tun.