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Furniererzeugung

Hinter der Fichte

Fichten haben Saison - nicht nur, weil Weihnachten vor der Tür steht, sondern auch, weil aktuell Forscher der TU Chemnitz und der TU Dresden im Rahmen des Bundesexzellenzclusters MERGE unter anderem mit Fichtenholz an der Entwicklung neuer Leichtbauwerkstoffe aus Furnier und Kunststoff arbeiten.

21.12.2018
IFN-Chemnitz_Concept_Car
IFN-Chemnitz Concept Car

Da Holz eine vergleichsweise geringe Dichte hat, eignet es sich - insbesondere in Form von Furnier - sehr gut für den Leichtbau. "Für Holz(Furnier)-Kunststoff-Verbindungen - so genannte Furnier-Prepregs - bestehen viele praktische Anwendungsmöglichkeiten beispielsweise im Automobilbereich", erläutert Professor André Wagenführ vom Institut für Naturstofftechnik an der TU Dresden. "Sie sind kostengünstig und weisen neben guten spezifischen Materialeigenschaften eine hohe Recyclingfähigkeit auf." Für die Herstellung der Furnier-Prepregs wenden die Wissenschaftler des Bundesexzellenzclusters MERGE thermoplastische Verfahren an, da diese kurze Verarbeitungszeiten erlauben. Die Forscher nutzen für ihre Entwicklung die regionalen Holzarten Rotbuche und Fichte.

Der Fertigungsprozess besteht aus zwei Teilen: Zunächst wird das Furnier bei zirka 80 Grad Celsius vorgetrocknet, dann folgt das Aufschmelzen einer thermoplastischen Matrix, das so genannte Imprägnieren. Schließlich wird das imprägnierte Furnier unter Druck bei Raumtemperatur abgekühlt bis es erstarrt und der Kunststoff eine Schicht in den äußeren Gefäßen des Furniers bildet. Entscheidend für den Einsatz im Leichtbau ist dabei, dass auch im Verbund das Furnier im Inneren nach wie vor eine geringe Dichte hat.

Die Furnier-Verbundwerkstoffe sollen im Rahmen des MERGE-Projektes im elektrisch angetriebenen Leichtbau-Automobil "MERGE Up!" auch praktische Anwendung finden. In diesem Modell des Forschungsprojektes "Chemnitz Car Concepts" sollen die Furnier-Verbundwerkstoffe für die Abdeckungen für ein funktionales Eingabesystem in der Pkw-Mittelkonsole sowie als Außenbauteile für die Seitentür eingesetzt werden. "Das MERGE-Projekt hat eindrucksvoll gezeigt, dass das nachwachsende Naturmaterial Furnier noch viel Innovationspotenzial besitzt. Als Faserverstärkung im Verbund mit anderen Materialien bietet es viele neue zukunftsweisende Anwendungsmöglichkeiten", sagt Ursula Geismann, die sich als Geschäftsführerin der 1996 von der deutschen Furnierwirtschaft und ihren Partnern gegründeten Initiative Furnier + Natur (IFN) der Förderung des Werkstoffes Furnier verschrieben hat.

Initiative Furnier + Natur e. V. (D-53604 Bad Honnef)
Website: https://www.furnier.de

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